Mit dem Wohnmobil nach Norditalien – Teil 5

Der fünfte Teil berichtet von der Bergüberfahrt der höchsten Erhebung von Elba mit dem Besuch der Stadt Albinia (Westküste)

  • Marciana Marina
  • Albinia

 

Ich freute mich riesig auf die Bergstraße. Mit dem Roller ist es das absolute Vergnügen. Aber erst fuhren wir noch die recht enge und kurvenreiche Straße nach Sant Andrea hinunter. Sant Andrea liegt im Nordwesten der Insel und ist ein hübsches Städtchen. Wir würden dort aber nicht mit einem großen Wohnmobil hinunterfahren.

Marciana Marina

Marciana Marina befindet sich ebenfalls im Nordwesten der Insel. Und auch dorthin führt eine kurvenreiche Straße. Ein schönes Foto aus der Vogelperspektive zeigt den kleinen Ort.

Der Roller verrichtete seine Arbeit zur vollsten Zufriedenheit. Es ist einfach das perfekte Fortbewegungsmittel. Man ist zwar nicht schnell unterwegs wegen der vielen engen Kurven, aber es macht unglaublich viel Spaß. In Marciana Marina war dann ein leckerer Eisbecher Pflicht. Die Italiener können schon Eis, äußerst lecker.

Nach dem Eis ging es noch kurz durch den kleinen Ort. Die Häfen auf Elbe sind allesamt recht hübsch.Gestärkt mit leckerem Eis setzten wir unsere Fahrt fort. Jetzt ging es über den Berg. Er weist viele enge Kurven auf, die so richtig Laune machen. Ich bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Ich hätte nochmals fahren sollen. Es machte soooo viel Freude. Auch Silke genoß sichtlich die Fahrt.

Es boten sich immer wieder tolle Ausblicke. Hätten wir jetzt jedesmal angehalten, wären wir vermutlich immer noch auf der Insel.

Während der Abfahrt kamen wir an der Ruine „Pieve di San Giovanni Battista“ vorbei. Mit einem beherzten Griff in die Bremsen hielten wir an. Der Fotoapparat sollte sprechen, was er dann auch tat.

Merkwürdig, dass so tolle Bauten einfach der Natur überlassen werden. Naja, wir können es nicht ändern und knatterten weiter. Der 2takter spielt einfach eine tolle Melodie.
Wir fuhren nicht lange, da war schon wieder ein Griff an den Bremshebel erforderlich. Wir erblickten „Torre di San Giovanni“, ebenfalls eine Ruine.

Das rechte Foto ist ein Hochkantpanorama aus zwei Querformatfotos, das linke ein einfaches Hochkantfoto. Bei der weiteren Abfahrt rochen wir plötzlich Benzin. Es kam vom Roller. Wir hielten an und ich überprüfte die Benzinleitung. Ich bemerkte, dass der Benzinschlauch etwas locker auf dem Zapfen am Vergasser steckte. Nachdem wir heil am Campingplatz angekommen waren, zwirbelte ich etwas Draht mit einer Zange um den Zapfen, da ich keine Schelle zur Hand hatte. Aber mit dem Draht hielt der Schlauch bombenfest.

Wir verließen am nächsten Tag die kleine Insel Elbe. Unsere Eindrücke werden nachhaltig sein. Ich muss aber sagen, dass für die Insel 4-7 Tage völlig ausreichen. Länger braucht man sich dort nicht aufhalten, es sei denn, man geht gerne Wandern. Dann kann man auch einen Kompletturlaub auf der Insel verbringen. Wir entschlossen uns aber, das Eiland zu verlassen.

Wir interviewten uns jetzt gegenseitig. Hier meine Antworten:

  1. Wie hat es dir gefallen? Im Großen und Ganzen recht gut.
  2. Würdest du nochmal auf die Insel fahren? Eher nein
  3. Wie fandest du die Strände? Die Strände wiesen teilweise Algen und anderes Gras auf. Sooo sauber waren sie eher nicht. Schöne Strände waren überfüllt von Liegen und Sonnenschirmen
  4. Wie empfandest du das Wetter? überwiegend toll, wenn es auch hin und wieder morgens bewölkt war. Es zog sich allerdings immer im Laufe des Vormittags auf und zum Abend hin wurde es richtig heiß
  5. Wie waren die Straßenverhältnisse? Gerade wenn man mit einem Zweirad unterwegs ist, spielen die Lichtverhältnisse (Sonne strahlt durch die Blätter im Wald) eine große Rolle. Schlaglöcher werden teilweise zu spät erkannt. Schnelles Fahren eher nicht ratsam.
  6. Wie präsentierten sich die wenigen Stellplätze? Bis auf den in Procchio waren sie in schlechtem Zustand, überwiegend recht eng. Wer sich ausbreiten will, sollte den in Procchio oder einen Campingplatz anfahren.
  7. Was waren die Highlights? Erstens die Küstenstraße im gesamten Westen rund um den Monte, zweitens die Bergstraße über den Monte.

Das Interview von Silke folgt etwas später. Ihr könnt gespannt sein, was sie sagt.

Nun, jetzt verließen wir die Insel und wählten diesman die Fähre „Toremar“. Sie soll nicht ganz so kompfortabel wie die von Moby sein. Das überprüften wir. Hmm, man kann uneingeschränkt mit beiden fahren. Moby ist aber schon etwas moderner. Aber ist das ausschlaggebend für eine reine Fahrzeit von ungefähr 1 Stunde? Wir glauben nein. Also entscheidet letztlich der Preis. Wie zahlten an Toremar für die Rückfahrt am Samstag 124,50 €. Die Hinfahrt fand an nicht am Wochenende statt.

Albinia

Unser nächstes Ziel war nun Albinia. Dort kann man auf eine Halbinsel fahren, um einen Blick zur Insel „Giglio“ zu werfen. Dort strandete vor Jahren ein Schiff und musste danach mühevoll demontiert werden. Der Stellplatz, den wir anwählten war riesig und teilweise unter Pinien. Jedenfalls nahe am Meer. Als wir an den SP heranfuhren, sahen wir schon das Übel. Es war richtig voll. Wie wir später erfuhren, fand der Jahrestag der Republik statt. Da sind die Italiener verschärft auf Spur.

Der Platzwart allerdings meinte, dass er noch ein kleines Fleckchen für uns hätte. Er fuhr mit seinem Klapprad vor und wir waren voller Spannung, wo wir hingeführt werden. Er zeigte uns ein kleines Plätzchen unter den Pinien, in der Nähe zum Wasser. Kurzer Weg und Schatten, was will man mehr? Oben im linken Foto sind die Pinien zu sehen.

Den Platz fanden wir jetzt nicht soooo schlecht.

Hier konnte ich mich dann nochmals um den Benzinschlauch unseres Runners kümmern. Ich fand nach näherer Inaugenscheinnahme ein durchgescheuertes Loch. Es tropfte dort heraus und deshalb stank der Roller dermaßen nach Benzin. Im linken Foto seht Ihr die Position des gelben Benzinschlauches. Im mitlleren Foto das abgeschnittene Stück mit dem Loch. Zum Glück war ich gewappnet, wie man im rechten Foto sehen kann ;).

Nachdem die Reparatur erfolgreich durchgeführt worden ist, stand eine kleine Ruhepause an. Silke hat es sich schon mal bequem gemacht.

Da heute Samstag war und wir für Sonntag mit nicht ausreichender Verpflegung ausgestattet waren, wollte wir einen Spaziergang ins Dorf Albinia machen. Ich fragte also einen Italiener: „Quante minuti a Citá per piede?“ „Venti minuti“, war seine Antwort. Gut, kann man mal machen, entschieden wir.

Doch aus 20 wurden schnell 40 Minuten. Und das bei praller Sonne. Tja, zurück mussten wir auch noch. Das war vielleicht ein toller Spaziergang.

Zum Glück fanden wir den supermercato recht schnell. Als wir dann zurück waren, ging es an den Strand. Die untergehende Sonne genießen.

Das Wetter war aber auch toll und das Wasser war angenehm. Wassernixe Silke war völlig entspannt.Morgens nach einem Frühstück und der Entsorgung verließen wir diesen Platz. Allerdings gestaltete sich die Fäkalienentsorgung eher nicht ganz so einfach. Wohin damit? Ich fragte also den Platzwart und er zeigte auf die Grauwasserinne. Hmm, das soll so? Ich war skeptisch.

Jetzt zeigen wir Euch noch ein kurzes Stellplatzvideo. Viel Vergnügen.

Nun folgt das Interview mit Silke. Ich konnte ihr einige Fragen über Elba stellen. Hier das Ergebnis aus Sicht einer Frau:

  1. Silke, wie hat dir im Großen und Ganzen Elba gefallen? Mir hat Elba gut gefallen. Die Insel ist felsig und hat oft Steinstrand, aber auch Sandstrand. Ich fand es sehr schön und bin froh, dagewesen zu sein.
  2. Wie fandest du denn die Strände und das Wasser? Die Strände waren sauber, teilweise steinig. Sie waren sogar an manchen Stellen überfüllt, trotz Nebensaison. Leider konnte ich auf Grund meiner Verletzung noch nicht baden und das Wasser testen.
  3. Wie empfandest du die Einkaufsdichte, die Anzahl von Geschäften? Ausreichend oder eher nicht? Für mich ausreichend, sogar der Campingplatz hatte einen kleinen Laden. Das Meiste hatten wir aber auch an Bord.
  4. Wie hat dir die Landschaft auf Elba gefallen? Sie war sehr beeindruckend, von Palmen bis zu großen Kakteen, vom Sandstrand bis zum Steinstrand war alles dabei.
  5. Silke, wie hast du die kleinen Orte der Insel wahrgenommen? Es gibt bekanntlich 5 größere Orte, die wir auch besucht hatten. Mir gefielen die Orte sehr schön. Von den Häusern her machten sie einen tollen Eindruck auf mich. Das Bergdorf Rio nell’Elba enttäuschte mich doch sehr.
  6. Wie viele Tage würdest du für Elba empfehlen wollen? 5-7 Tage wären ausreichend und optimal.
  7. Würdest du in Zukunft nochmal nach Elba reisen wollen? Nach ein paar Jahren bestimmt.
  8. Sind dieTemperaturen um die 30 Grad für dich ok gewesen? Sie lacht……Der blaue Himmel war natürlich toll, aber der Wind dazu tat auch gut.
  9. Was hat dir auf Elba besonders gut gefallen? Da wir mit einem Roller unterwegs waren, konnten wir die Insel in 5 Tagen ausreichend abgrasen und gemütlich durch die tolle Landschaft cruisen. Wir haben alles sehen können.
  10. Welchen Ort machte den größten Eindruck auf dich? Marina di Campo
  11. Welche Strände blieben bei dir in Erinnerung? Marina di Campo und Procchio

Danach ließ ich es mir nicht nehmen, noch eine Frage über den Campingplatz „Stella Mare“ in Lacona zu stellen.

  1. Wie gefiel dir der Campingplatz? Der Campingplatz hat eine schöne Lage, man konnte zu Fuß an den Sandstrand und er verfügt über einen großen Pool. Mir gefiel es überhaupt nicht, dass die Duschen und Toiletten um 7 Uhr geschrubbt wurden. Der Lärm, der dabei entstand, war etwas störend.

Tipp: Wer morgens frische Brötchen haben möchte, kann sich diese an der Bar (Richtung Strand, linksseitig) für den nächsten Morgen bestellen. Panini é Pizza Bianco

Weiterlesen Teil 6 …

Nachfolgend die Links zu den anderen Teilen unserer Norditalienfahrt:

Teil 1, Kitzingen, Samnaun, Zams, Garda, Portovenere
Teil 2, Monterosso al Mare, Vernazza, Pisa, Magazzini
Teil 3, Lacona, Marina di Campo, Procchio, Villa di Napoleone, Portoferraio
Teil 4, Capolivieri, Porto Azzurro, Rio nell’Elba, Cavoli, Marciana
Teil 6, Castiglione del lago, Pienza, Montopulciamo
Teil 7, Rimini, Ravenna, Casal Borsetti, Marina di Ravenna
Teil 8, Jesolo, Ossiach, Velden, Großglockner, Felden/Chiemsee

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