Welche neue Batterie soll es werden?

Es kommt irgendwann der Tag, da geht eine Aufbaubatterie kaputt. Wenn man dann noch zwei im Batteriekasten hat, wird die zweite auch Schaden nehmen, wenn man die defekte nicht rechtzeitig erkennt und sie aus dem Stromkreislauf herausnimmt.

Und genau das ist uns jetzt passiert, während wir mit unserem Camper auf Tour waren. Mit Hilfe eines Freundes konnte die defekte Batterie identifiziert und abgeklemmt werden.

Wie sind wir beim Aufstöbern der defekten Aufbaubatterie vorgegangen?

Da wir in der Regel kaum Landstrom benutzen, war auch kein Kabel angelegt. Wir entfernten von einem der Batterien das Minuskabel und schauten dann auf den Batteriecomputer. Die elektrische Trittstufe als großer Stromverbraucher wurde betätigt. Sie fuhr sehr langsam ein und stoppte in der Hälfte des Weges. Das Bordnetz brach zusammen. Für uns ein Zeichen, dass es sich um die defekte handeln könnte. Wir schlossen das Minuskabel wieder an und lösten das Minuskabel der anderen Aufbaubatterie. Nun betätigten wir wieder die Trittstufe. Wir stellten fest, dass sie einwandfrei rein- und wieder rausfuhr. Somit hatten wir die intakte Batterie identifiziert. Das Minuskabel der defekten Batterie wickelten wir in Plastik ein, um zu verhindern, dass es einen Kurzschluss geben könnte.

Was ist jetzt zu tun?

Es ist nicht ratsam, sich in diesem Falle nur eine neue Batterie zu kaufen, sondern es wird überwiegend davon berichtet, dass man sich gleich zwei neue anschaffen sollte. Bedenkt einfach, dass die verbleibende Batterie möglicherweise schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Warum dann die neue Batterie in Gefahr bringen, sollte die verbleibende Batterie auch früher ihren Geist aufgeben.

Aber nun stellten wir uns die Frage, welches Batteriesystem wir anschaffen sollten?

Wieder AGM Batterien?
Eine LiFePo4 Batterie?
Eine LiFeYPo4 Batterie?

Wir fingen also mit der Recherche im Internet an und kamen letztlich zu der Entscheidung, dass wir eine LiFePo4 Batterie kaufen werden.

Warum eine LiFePo4?

Vorteile gegenüber einer AGM oder Gel Batterie

Wir haben jetzt nur die Vorteile aufgelistet, die für unser Campingverhalten ausschlaggebend waren.

  1. LiFePo4 sind erheblich leichter als AGM oder GEL Batterien
  2. sie haben eine viel höhere Entladekapazität
  3. sie laden schneller als die alternativen AGM/Gel
  4. statt zwei 100 Ah AGM/Gel benötigt man nur eine 100 Ah LiFePo4
  5. sie haben eine erheblich höher Zyklenfestigkeit (sie gehen nicht so schnell kaputt)
  6. ihre Spannung bleibt auf konstant hohem Niveau, bis kurz vor totaler Entleerung

Nachteile gegenüber einer AGM oder Gel Batterie

  1. sie sind relativ teuer
  2. kein Laden unter 5 Grad

Warum können sie nicht unter 5 Grad geladen werden?

Das ist für uns kein großes Problem. Wenn man unterwegs ist, selbst im Winter,  ist es immer ausreichend warm im Fahrzeug. Aber was tun, bevor man im Winter mit dem Fahrzeug auf Tour möchte?
Eine Möglichkeit ist es, die Heizung anzustellen und dafür Sorge tragen, dass die Temperatur stimmen, denn ein Entladen der LiFePo4 ist möglich, nur nicht das Laden. Ist es ausreichend warm, lädt sie auch wieder.
Oder man stellt einen Heizlüfter ins Fahrzeug (Vorsicht: nicht alle sind geeignet), bis die gewünschte Temperatur erreicht ist.

Ein ausreichendes Temperieren im Winter wird dann immer nötig sein, BEVOR man losfährt.

Es gibt aber eine Alternative und die heißt LiFeYPo4 (mit Yttrium). Diese Batterien haben die gleichen Vorzüge wie die LiFePo4 mit dem entscheidenden Vorteil, dass sie auch bei Minusgraden geladen werden können. Da sie auch teurer als die herkömmlichen LiFePo4 Batterien sind, schieden sie im Rahmen unserer Überlegungen und Recherchen aus.

Welche LiFePo4 Batterie soll man wählen?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Es wäre genauso, wenn man fragen würde, welches Auto soll ich mir kaufen?

Es gibt verschiedene Modelle, MIT oder OHNE integriertes BMS (Batteriemanagement). Aber wir wollten eine MIT BMS. Dieses BMS überwacht die Batterie, so dass sie keinen Schaden nimmt, wenn die Temperatur nicht stimmt, sie droht, tiefenentladen oder überladen zu werden oder in anderen ähnlichen Fällen.
Dann gibt es Modelle auf dem Markt, die erfordern ein separates BMS, welches man sich im Wohnraum an geeigneter Stelle montieren kann, um immer einen Überblick zu erhalten. Das erfordert aber wieder, dass man Kabel verlegen muss und sich auch ein separates BMS kaufen müsste (zusätzlich zur Batterie).

Wir entschieden uns für eine Batterie, die ein BMS bereits im Batteriegehäuse integriert hat. Dazu verfügt die Batterie auch über eine bluetoothfähige APP Überwachung. Das fanden wir praktisch, so sind wir immer informiert, wie es unserer Batterie ergeht.

Uns überzeugte eine LiFePo4 Batterie aus dem Hause Offgridtec* und zwar der LiFePo4 Smart-Pro 12/100 Akku 12,8V 1280Wh. An dieser Batterie befinden sich Polschrauben M8. Wer Polklemmen in seinem Fahrzeug weiter verwenden möchte, benötigt einen Adapter.

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Kann man sein Ladegerät behalten oder benötigt man ein neues?

Nach Auskunft einiger Hersteller kann man sein Ladegerät weiterhin benutzen. Es sollte wenigstens eine Gel Ladekennlinie haben. Besser ist es natürlich, wenn man sich mit dem Thema Ladegerät für LiFePo4 Batterien auseinandersetzt.

Natürlich ist ein Ladegerät mit einer LiFePo4 Ladekennlinie immer ratsam. Verwendet man ein Ladegerät mit einer Gel Ladekennlinie, so kann es sein, dass sich die Lebensdauer etwas verringert.

Trotzalledem sollte man seine LiFePo4 Batterie mindestens alle 4 Wochen einmal voll aufladen, damit ein Zellausgleich stattfinden kann, der ebenfalls wichtig hinsichtlich der Lebensdauer eurer Batterie ist.

Im Internet liest man viel über verwendete Ladegeräte für LiFePo4 Batterien, letztlich steigt man da nicht mehr richtig durch, der eine erzählt so, der andere so.
Es führte bei uns zu guter Letzt dazu, dass wir uns ein LiFePo4 taugliches Ladegerät anschaffen werden, womit man auf der sicheren Seite ist. Im Sommer, wenn man Solar als fest verbautes Modul oder als mobile Anlage nutzt, benötigt man eher kein Ladegerät, da reicht der Regler der Solaranlage völlig aus. Im Winter allerdings könnte es Problem geben, man denke da an möglichen Schnee auf dem Solarmodul und an die tieferstehende Sonne. Dann wäre ein Ladegerät für die Landstromnutzung durchaus empfehlenswert.

Zurzeit tendieren wir zu folgendem LiFePo4 Ladegerät:

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Hinweis

Unser Campingverhalten unterscheidet sich oftmals von dem anderer Camper. Deshalb kann eine AGM/Gel auch eine gute Wahl sein. Nämlich dann, wenn man oft an Landstrom hängt, keine Solaranlage besitzt und ausreichend Ladekapazitäten im Fahrzeug hat und Gewicht keine Rolle spielt.
Wir stehen überwiegend frei und verfügen über eine mobile Solaranlage mit 120 Wp.

Fazit nach 4 Wochen Nutzung

Wir sind mit dieser Aufbaubatterie mehr als zufrieden. Die Kapazität ist um Vieles höher als bei einer AGM oder Gel Batterie. Auch das Gewicht ist leicht händelbar, schnell ist sie eingebaut. Die Leistungsabgabe hat uns sehr beeindruckt, kein großes Absinken der Leistung bei Nutzung stromintensiver Geräte. Die APP zur Überwachung der Kapazität und Batterietemperatur hat uns überzeugt und wir waren beruhigt, denn wir waren immer über den zustand der Batterie informiert. In den ersten 4 Wochen der Nutzung waren wir nicht einmal an Landstrom. Einfach top. Jederzeit wieder.

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