Mit dem Camper-Van mautfrei durch Südeuropa

Last Updated on 16. Januar 2021 by Travel-Cycle

Ohne Maut durch Europa. Ist das Vorhaben machbar? Wie es bei uns funktionierte, lest Ihr in diesem Bericht.

Lange haben wir darüber nachgedacht, einmal, ohne Maut zu zahlen, Richtung Südeuropa aufzubrechen. Es war uns klar, dass es viel länger dauern würde, aber wenn wir unterwegs sind, haben wir viel Zeit. Diese wollten wir nutzen, um abseits von Autobahnen durch die Länder zu reisen und mehr die Natur zu genießen. Auf Autobahnen geht es immer geradeaus und man fährt viel schnell, will man kein Hinderniss sein. Und schöne Orte und tolle Landschaften verpasst man dann.

Unsere Kinder sind immer daran interessiert, zu wissen, wo wir uns gerade befinden und was wir so erleben. Auch viele unserer Freunde und Bekannten haben ein Ohr dafür. Was liegt da näher, als einen Tracker zu benutzen, der life unsere momentane Reiseposition anzeigt?

Ein kurzer Blick ins WWW offenbarte uns eine tolle APP. Sie heißt „Polarsteps“* und zeigt ausser der momentanen Position auch hochgeladene Fotos an. Eine tolle APP wie wir meinen. Es gibt sicherlich auch andere nützliche Tools, die diese Aufgaben übernehmen können, aber wir haben uns nun mal entschieden.

Somit konnte unsere Tour starten.

Nachfolgend könnt ihr den Tourverlauf sehen, auch, durch welche Länder wir gefahren sind. Ich nehme es mal vorweg, einige Länder konnten wir wegen der bestehenden Coronabestimmungen nicht bereisen.

Quelle: Polarsteps

Zunächst stand ein Treffen mit einem guten Bekannten in Bad Dürrheim auf dem Plan. Dieser besuchte ein Seabridge-Treffen, wo sich Wohnmobilisten über Reisemöglichkeiten ins ferne und nahe Ausland informieren. Da es zeitlich für uns gut passte, meldeten wir uns ebenfalls dort an.

Wir fuhren als erste Station Bockenem an.

Bockenem

In Bockenem fanden wir einen ruhigen Stellplatz am Sportplatz. Einige Mobile waren schon dort, aber einen Platz fanden wir trotzdem. Das Wetterthermometer  zeigte 24 Grad und und der Blick nach draußen herrlichsten Sonnenschein. Wir verbrachten eine gute Nacht und nach einem ausgiebigen Frühstück machten uns am Morgen wieder auf den Weg.

Niederaula

Wir fuhren auf der BAB A7, die gefühlt nur aus Baustellen bestand und wir somit nicht richtig vorankamen. Wenn man dann so am Fahren ist, plagt einem irgendwann der Hunger. Da Rastplätze nicht unbedingt unser Fall sind, fuhren wir in Niederaula von der Autobahn. Wir hatten schmerzhaften Appetit  auf eine gute Riesen-Currywurst, die, je weiter man nach Süden kommt, nicht mehr in dieser Qualität zu finden ist. Es scheint eher ein norddeutsches Produkt zu sein. Gut, im Süden gibt es andere leckere Köstlichkeiten, aber es musste jetzt eine Currywurst sein.
Und schon kam ein Imbiss in Sicht. Er machte einen guten Eindruck auf uns und bot sogar einen ausreichend langen Parkplatz an. Ich muss sagen, lecker, obwohl es schon hier keine gewohnte Riesen-Currywurst mehr gab. Schnell war sie verputzt und gut gesättigt ging es wieder auf die Autobahn.

Schweinfurt

In Höhe Schweinfurt machten wir eine kurze Kaffeepause und fuhren dazu auf einen Parkplatz. Silke machten den besten leckersten Kaffee in der Wohnmobilwelt. Einfach gut. Und dazu braucht sie nicht mal eine Kaffeemaschine, sondern sie gießt selbst auf. Wow.

Balingen

In Balingen wollten wir einen Stellplatz anfahren, was wir auch taten. Aber dieser war nur zur Hälfte nutzbar. Die andere Hälfte war coronabedingt gesperrt. Tja, da bekamen wir mal keinen Platz. Da ich auch nicht unbedingt weitere Lust verspürte, weiterzufahren, entschlossen wir uns, auf dem angrenzenden Parkplatz zu nächtigen. Die Nacht war ruhig und es gab keine Kontrollen. So wachten wir ausgeruht auf und konnten uns dem Frühstück widmen.

Bad Dürrheim

Das Seebridge-Treffen fand in Bad Dürrheim statt. Unser guten Bekannter konnte sogar einen Platz für uns freihalten. Super, alles klappte bestens. Direkt in der Nähe seines Campervans parkten wir ein und die Freude war groß. Ich kannte ihn immer nur vom Schreiben und vom Telefonieren, denn er kommt aus der Schweiz und das ist ja nun mal kein Tagestripp von Norddeutschland. So schnackten wir ausgiebig mit ihm und seiner Evi. Auch Philip freute sich sichtlich. Es waren schöne Tage, wo wir einige Veranstaltungen hinsichtlich dieses Treffens besuchten. Aber es kommt nun mal die Zeit des Abschieds, denn wir wollten ja weiter Richtung Süden.

Hagnau am Bodensee

Das Thermometer zeigte 27 Grad und es war immer noch bester Sonnenschein. Mensch, was haben wir bis jetzt für ein Glück mit dem Wetter. An einer Hauptstraße in Hagnau fuhren wir auf einen Parkplatz, der über dem Bodensee thronte. Auch wenn dieser Parkplatz an einer Hauptstraße liegt, wollten wir hier übernachten. Wir waren schon überrascht, wie voll dieser Platz war. Und den Grund wollten wir unbedingt erkunden. Gerade wo viele Mobile stehen, kann es so schlecht nicht sein.

Nachdem wir geparkt hatten wussten wir, warum hier so viele eine „Pause“ einlegen. Der Blick war einfach herrlich und wir beschlossen, zu Fuß zum Bodensee zu gehen. Uns führte uns eine nahgelegene Treppe hinab zum Wasser und wir liefen dort unbekümmert durch einen Weinberg bis zum Bodensee. Es war nicht weit, in 10 Minuten hätten wir ins Wasser springen können, entschlossen uns dann doch, lediglich im Bereich der Promenade zu verweilen.

Unterwegs entdeckte Silke einen kleinen Stand, bei dem man Weintrauben direkt vom Erzeuger kaufen konnte. Sie schmeckten zwar süß aber die Kerne störten mich schon. Ich bin kein Freund von Weintrauben, die vor Kerne nur so strotzen. Nichts für mich.
Vor dem Rückweg zu unserem Camper ließen wir noch ein kühles Getränk unsere Kehlen hinunterlaufen, und machten uns danach auf den Rückweg. Die Getränkepause kam zur richtigen Zeit. Während der pause konnten wir über die nächsten Ziele unserer Tour fachsimpeln.
Als wir am Camper-Vam eintrafen und die Sonne noch so schön schien, wurde die leicht entleerte Batterie  noch durch unsere mobile Solaranlage aufgeladen. Ich weiß, es heißt Akku, aber im allgemeinen Sprachgebrauch wird ein Akku „Batterie“ genannt. Jeder weiß was gemeint ist, da bin ich mir sicher und das Wort „Batterie“ hat sich im Volk einfach gefestigt.

Wir genossen die untergehende Sonne und Silke machte es sich auf der Mauer bequem. Es dauerte eine ganze Zeit, bis sich die Sonne aus unserem Sichtfeld verabschiedete. Einfach herrlich. Es läßt sich angenehm träumen und auch Silke wollte einfach nicht in den Van, was ich durchaus verstehen kann.
Trotz der Lage des Parkplatzes neben der Hauptstraße war die Nacht entspannt, aber wir sind auch nicht empfindlich und könnten sogar an der Autobahn übernachten. Wir schließen wie die Babys und am Morgen schlemmten wir beim Frühstückbuffett.

Über Bregenz, Dornbirn und Feldkirch fuhren wir in Liechtenstein ein. Ab der Aussengrenze Deutschlands bewegten wir uns ausschließlich abseits der Autobahnen, denn wir wollten ja mautfrei unterwegs sein.

Eschen-Nendeln

In Lichtenstein übernachteten wir nicht, was nicht schlimm ist, denn so groß ist Lichtenstein nun auch wieder nicht und uns war auch nicht bekannt, ob es erlaubt ist oder nicht. So machten wir nur eine Pause und Silke kochte ein leckeres Mahl, bevor es durch die Berge ging.

Unsere Tour führte uns über Mels, Bad Ragas, Landquart und Luzein bis nach Klosters-Serneus in der Schweiz.

Klosters-Serneus

Wir beabsichtigten, über den Flüelapass zu fahren, aber es stand erst eine Pause in Klosters-Serneus im Raum. Die Berge wurden um uns herum immer größer und mächtiger. Bei bestem Wetter eine Wohltat für die Augen. Wow. Ich kann garnicht oft genut schreiben, wie toll das Wetter war. Bei Sonnenschein macht es einfach mehr Spaß.

Davos

Im Bereich von Davos stoppten wir wegen der tollen Aussichten auf 2229m. Wir waren zwar noch nicht ganz oben auf der Passhöhe, wollten aber wieder die Aussicht genießen. Dieser schmale Seitenstreifen kam gerade recht und so verringerte ich die Geschwindigkeit und parkte unseren Van. Ein kleiner Abstecher zu Fuß führte mich durch das unwegsame Gelände.

Flüelapass

Die Passhöhe dieses Passes liegt bei 2390m. Wenn man hier oben steht, fühlt man sich wie der Herrscher der Welt. Alles liegt unter und hinter einem und man richtet seinen Blick nur nach vorn. Tolles Gefühl. Und das Wetter? War natürlich immer noch Bombe. Zur nur 17 Grad aber eben weiterhin sonnig. Ganz oben an einem See machten wir nicht nur Fotos von der Bergwelt, sondern auch eine längere Pause. Einfach genießen. Autobahn kann jeder. Ich ging auf eine Anhöhe und machte das nachfolgende Foto (unten rechts). Der Parkplatz lag an einem kleinen See, welcher sehr kalt war, wirklich sehr kalt.

Susch

Nach der Passhöhe geht es logischerweise wieder bergab, eine anstrengende Prozedur, denn die Bremsen unseres Campern werden arg strapaziert. Teilweise rollten wir im Schritttempo im ersten Gang bergab.

„Nur nicht die Bremsen verheizen“, war immer wieder mein Gedanke. Aber alles ging soweit gut.

Berninapass

Nach dem Flüelapass folgte ein weiteres Highlight, der Berninapass. Während der Fahrt über den Pass kamen wir nach Poschiavo.

Poschiavo

Im Bereich von Poschiavo machten wir wieder eine Pause und saugten die Umwelt in uns auf. Es war ein atemberaubendes Gefühl. Ich konnte nicht genug von den Ausblicken bekommen. Silke erging es genauso, einfach toll. Wir befinden und hier auf einer Höhe von 2308m üN. Hier hätte ich mir auch eine Übernachtung vorstellen können.

Etwas entfernt konnten wir einen riesigen Gletscher sehen, der sich seinen Weg bergab bahnte. Was für ein Anblick. Aber wir mussten und wollten weiter.

Tirano

Als nächster Halt war Tirano geplant. Erschrocken war ich allerdings, als sich eine Straßenfahrbahn meinen Fahrstreifen erkämpfen wollte, sie fuhr zunächst parallel, um dann meinen Fahrtweg abzuschneiden. Lieber anhalten. Der Stellplatz befindet sich ortsnah auf einem abgegrenzten Areal.

[hier geht es weiter zum Teil 2]

YouTube Videos

Wenn ihr kein Video von Travel-Cycle verpassen wollt, dann abonniert einfach unseren Kanal auf YouTube. So seid Ihr stets über die neuesten Videos von uns informiert.

Unser YouTube Kanal

Newsletter Anmeldung

Meldet Euch kostenlos an, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Ihr erhaltet immer bei neuen Blog-Einträgen eine E-Mail.

Hinweis: Wir möchten in diesem Zusammenhang auf unsere Datenschutzerklärung hinweisen.

Über Travel-Cycle 267 Artikel
Silke und Michael genießen die Zeit, die sie mit ihrem Kastenwagen unterwegs sind. Ihre Freude ist immer riesig, wenn es wieder heißt: "Es kann losgehen!" Die Erlebnisse zeigen sie in diesem Reiseblog. Viel Spaß beim Schmökern

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.