Verschiedene Arten des Fahrradtransportes

Last Updated on 18. Januar 2021 by Travel-Cycle

Was gibt es für Transportmöglichkeiten, um eure Fahrräder am Heck eures Camper-Vans auf Reisen  dabei haben zu können?

Dieser Bericht ist auch als Podcast vorhanden.

Am Ende dieses Blogbeitrags berichten wir darüber, wie wir uns letztlich entschieden haben. Ihr dürft gespannt sein.

Aber fangen wir mal an.

Die einfachste Art des Transportes von Fahrrädern lautet wie folgt:

Hecktüren auf, Rad rein, Hecktüren zu.

Das mag für ein Wochenende zwar ausreichend sein, aber nicht für eine längere Tour. Denn gerade auf längeren Touren braucht man dringend den Stauraum.

Für längere Touren sind richtige Fahrradträger die bessere Wahl. Es gibt sie in verschiedene Ausführungen. Befassen wir uns erstmal mit dem

Hecktürenträger

Die kennt ihr bestimmt, denn Ihr habt diese bestimmt schon an einem Kastenwagen gesehen.

Sie werden mittels Aluprofilen an der rechten Hecktür befestigt. Da Sie  im beladenen Zustand nicht die Rückleuchten verdecken dürfen, müssen die Träger recht hoch montiert werden. Somit wird das Beladen schon umständlich. Mit einfachen Fahrrädern mag das noch gut klappen, aber ein Pedelec dort hinaufwuchten? Oha, das kostet Power. Gerade ältere Memschen werden dann ihre Probleme bekommen.

Diese Träger gibt es allerdings auch mit einer Leuchtenleiste. Dadurch können die Träger auch tiefer montiert werden und das Beladen wird schon einfacher.

Der große Vorteil dieser Hecktürenträger ist, dass sich auch im beladenen Zustand beide Hecktüren öffnen lassen. Doch Obacht, Stoßgefahr beim Öffnen der Hecktüren. Schnell hat man sich am Kopf eine Beule zugezogen wenn man die Hecktür öffnet, um an den Laderaum zu gelangen. Da muss man schon ordentlich abtauchen, um nicht von den schwenkenden Rädern getroffen zu werden.

Es gibt hinsichtlich dieser Träger auch ein großes ABER

Die beiden Montageschienen werden rechts und links an die rechte Hecktür geklemmt. Und wer sie zu fest anzieht, der quetscht das Blech und es kann zu Verformungen kommen. Also Vorsicht beim Befestigen.

Weiterhin lässt sich das rechte Heckfenster nur einen Spalt öffnen. Gerade im Hochsommer braucht man jedes voll geöffnete Fenster.

Außerdem werden die Türscharniere doch arg strapaziert, gerade wenn der Heckträger bis an die Belastungsgrenze ausgereizt wird.

Denkt einfach mal daran, was für Kräfte wirken, wenn man die Hecktür mit beladenem Fahrradträger zuwirft? Da ist schon ganz schön Bewegung in der Sache.

Gut, schauen wir uns gemeinsam nach einem anderen Träger um. Es gibt auf dem Markt die sogenannten

Liftheckträger

Mir fällt gerade ein Fahrradträger mit Liftfunktion ein. Der wird an den Türscharnieren befestigt und man kann die Räder im abgesenkten Zustand toll aufladen. Dann nur noch hochkurbeln und fertig. Eine gute Lösung, gerade für ältere Reisende.

Aber auch hier ein ABER

Das komplette Gestell ist recht schwer und optisch vielleicht nicht jedermanns Sache, aber praktisch sind diese Träger allemal. runterkurbeln, beladen, hochkurbeln. Zack, voila.

Und schwenkbar ist das Teil auch noch, super, gerade wenn man hinten an den Laderaum heran möchte.

Kommen wir nun zu einer weiteren Trägervariante. Diese Variante sieht man im Straßenverkehr immer öfter.

Träger auf einer Anhängerkupplung

Dieser Träger auf der Anhängerkupplung hat den Vorteil, dass sie nicht AM Heck montiert werden, sondern auf die Kugelköpfe der vorhandenen Anhängerkupplung geklemmt wird.

Sie verfügen über eine eigene Rückleuchtenleiste und befindet sich in einer angenehmen Beladungshöhe. Perfekt auch für ältere Menschen.

Hört sich doch gut an, oder?

Ihr fragt euch, ob man die Hecktüren noch öffnen kann. In den allgemeinen Foren wird immer das Modell DL 3 von Atera erwähnt. Dieser Träger kann mit drei Fahrrädern beladen werden, sogar auch mit leichteren Pedelecs, wo zuvor der Akku entnommen werden sollte. Aber bitte nur maximal zwei Pedelecs, ansonsten kann es passieren, dass plötzlich eine Radiodurchsage kommt, wo auf einen sich auf der Autobahn befindlichen Fahrradträger hingewiesen wird.

Möchte man, bei nach hinten abgeklappten Träger, an den Laderaum, sollte man die innerste Fahrradschiene frei lassen, ansonsten funktioniert das Öffnen nicht komplett.

Trotzdem ist das Händeln dieser Träger nicht ohne. Je nachdem, welche Tür am Heck geöffnet werden soll, muss man um den Träger herumtanzen, bis man es geschafft hat. Irgendwie ist der Träger immer etwas im Weg. Ganz optimal ist diese Lösung somit auch nicht, obwohl wir lange Zeit damit sehr zufrieden waren. Aber wir denken auch weiter. Sind diese Träger für Pedelecs und Co ausreichend stabil?

Und eine Voraussetzung für diese Träger ist das Vorhandensein einer Anhängerkupplung, die auch nicht jeder hat. Unser Fahrzeug hatte sie zum Glück.

Kommen wir nun zu einer weiteren Möglichkeit des Transports.

Die Rollerbühne

Wer keinen Motorroller transportieren möchte, kann solch eine Bühne auch mit der passenden Anzahl von Fahrradschienen bestücken und ausschließlich Fahrräder damit befördern.

Eine Rollerbühne kostet aber viel Geld und hat auch ihr Eigengewicht, aber sie kann mit zwei Pedelecs beladen werden, ohne die Akkus entnehmen zu müssen.

Aber auch eine Rollerbühne hat Nachteile

Auch wenn die Hecktüren bei unbeladenem Träger gut aufgehen, muss man sich doch arg strecken, wenn man etwas aus dem Laderaum entnehmen möchte. Da kommt einem eine ausziehbare Ladefläche schon sehr entgegen, aber so richtig bequem ist es auch nicht. Und wenn die Bühne beladen ist, kommt man nur noch durch den Innenraum an den Laderaum heran. Blöd, wenn man gerade dann eine Gasflasche tauschen muss. Und genau das ist uns passiert. Den Roller kann man auch nicht einfach überall abladen. Da benötigt man doch etwas mehr Platz. Ärgerlich, wenn man dann auch in Eile ist.

Behaltet immer das zulässige Gesamtgewicht im Auge, da ist das Fahrzeug mal schnell überladen. Wenn dann nämlich der Schutzmann ums Eck kommt, kann es teuer werden, zumindest im Ausland sind die Strafen recht hoch.

Es gibt als Rollerbühne auch tolle Lösungen, wie ein Schwenkträger z.B. Dieser wird fest am Fahrzeug montiert und ermöglicht es, diesen komplett nach hinten wegzuschwenken. Wie eine Schere müsst ihr euch das vorstellen. Eine Schneide der Schere wird am Fahrzeug montiert und dann kann man den Träger von der einen zur anderen Seite aufklappen. Der aufgeklappte Teil wird mit einem kleinen Rad abgestützt, da ohne die Hebelwirkung zu hoch wären. Blöd, wenn der Untergrund so uneben ist, dass ein elegantes aufklappen mühsam wird.

Schiebeträger

Diese Träger können komplett zur Seite geschoben werden, auch im beladenen Zustand. Diese Art des Trägers finden wir klasse, auch wenn sie recht schwer sind. Aber das Anschauen bei einem Händler oder auf einer Messe lohnt sich auf jeden Fall.

Aber jetzt kommen wir an den Punkt, an dem wir über unsere Entscheidung sprechen wollen.

Unsere Wahl

Nun, so toll Fahrradträger auch sind, sie haben alle ihre Vor-und Nachteile. Es geht immer hauptsächlich darum, sein Fahrzeug oder die Hinterachse nicht zu überladen . Dann natürlich auch um das komplette Öffnen der Hecktüren und das bequeme Be- und Entladen der Ladefläche.

Auch haben viele ihre Gasflaschen im Kastenwagen und wenn dann eine getauscht werden muss, ist es schon von Vorteil, schnell an die Flaschen zu kommen und nicht erst den Träger entladen zu müssen.

Wir haben einige Fahrradträger durchgetestet, vom Hecktürenträger, über einen Träger auf der Anhängerkupplung bis hin zu einer Rollerbühne.

So richtig hat uns kein Konzept überzeugt. Trotzdem war die Rollerbühne schon recht nah dran.

Allerdings musste ich mir von Silke immer wieder mal anhören, warum wir nicht die Fahrräder, sondern den Roller mit auf Tour genommen haben. Naja, wer in die Berge fährt, ist mit einem Motorroller eben besser bedient. An den Ufern von Flüssen oder Seen sieht es schon etwas anders aus. Da wären Fahrräder eine gute Wahl.

Und so stand dann eine erneute Entscheidung an, nämlich der Kauf eines Anhängers.

Dieser transportiert beide Fahrräder und dazu einen Motorroller. Für uns perfekt.

Trotzdem mussten die Nachteile diskutiert werden. In wie weit man bereit ist, Kompromisse einzugehen.

Silke sprach gleich die Gespannlänge an. Sie hat eindeutig recht, als sie auch Stellflächen ansprach, wo man mit einem Gespann nicht hinpasst.

Es überzeugte mich. Somit schied ein normaler Anhänger aus.

Wir recherchierten weiter im Internet und entdeckten einen Anhänger, auf dem der Motorroller und die Fahrräder quer zur Fahrtrichtung transportiert werden können. Das verkürzte die Gesamtlänge um gut 1 m.

Aber wir haben jetzt nicht nur 2 Fahrräder und einen Motorroller dabei, sondern haben auch noch weitere Zuladungskapazitäten, was auch nicht zu unterschätzen ist. Jetzt brauchen wir nicht mehr auf jedes Kilogramm achten.

Da wir unsere Rollerbühne auch noch besitzen, kann man auf Fahrten an die Küsten Norddeutschlands die Fahrräder mitnehmen, der Anhänger und der Motorroller bleiben dann zuhause. Somit sind wir sehr flexibel.

Der Laderaum ist mit Anhänger bequem erreichbar. Zudem kann der kleine Anhänger leicht abgekoppelt und zur Seite gestellt werden.

Allerdings müssen wir jetzt verschärft darauf achten, wo wir langfahren, schnell könnte man sich festfahren, wenden ist dann nicht mal eben gemacht.

Auch müssen wir auf das entsprechende Überholverbot auf Autobahnen achten, da stellt man sich nämlich hinten ans Ende der Lkw Schlange und überholen ist nicht. Es ist nicht weiter schlimm, fahren wir doch lieber auf Landstrassen.

Ihr merkt, es sind immer Kompromisse erforderlich, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Ein Anhänger ist nicht jedermanns Sache, den Kauf sollte man sich reiflich überlegen.

Wir sind zufrieden mit der Entscheidung, auf einen Anhänger aufgerüstet zu haben. Puhhh, Gott sei dank war an unserem Van schon eine Anhängerkupplung dran. Ob ich beides aufgerüstet hätte, weiß ich nicht. Aber zum Glück stellt sich uns diese Frage nicht.

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Über Travel-Cycle 282 Artikel
Wir (Silke und Michael) lieben das Reisen mit unserem Camper-Van. Dabei erleben wir oft viele tolle Momente, die wir in unserem Blog niederschreiben. Auch investieren wir viel Zeit, um nützliches von unnützem Zubehör zu trennen. Wir testen für euch. Viel Spaß auf unserem Blog.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für deinen Bericht über die unterschiedlichen Transportmitel für Fahrräder. Da wir noch normale Fahrräder ohne Aku haben spielt Gewicht bei uns keine große Rolle. Für welche Befestigungsart wir uns entscheiden würden wissen wir noch nicht genau.

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